Satire : Der Druide Minimus Veganus , die “ Zauberflöte “ und weshalb Mozartkugeln zum absoluten No-Go erklärt wurden

In einer magischen Parallelwelt, weit hinter der Insel Avalon gelegen. Zeit und Raum sind hier ohne Bedeutung : Arminius Lupus, Reporter und Moderator von Dark Shadow -TV gelang es, Minimus Veganus , Druide und spiritus rector des magischen Covens  Eternal Darkness , zu einem Interview im TV-Studio zu bewegen . Hier einige Ausschnitte aus dem Transkript des Gespräches :

Arminius Lupus : Herr Veganus, es wurde bekannt, dass Sie neulich scharfe Kritik an der Oper “ Die Zauberflöte “ von Wolfgang Amadeus Mozart übten und den Mitgliedern ihres Covens dringend empfahlen, auf den Genuss  von Mozartkugeln zu verzichten. Können Sie unseren Zusehern zuhause vor den Bildschirmen  den Grund dafür nennen “  ?

Minimus Veganus  : “ Erst einmal möchte ich bemerken, dass ich mir nicht anmaße, Herrn Mozart’s  musikalisches Talent zu beurteilen . Wenn er sich nach der zweifellos zeitraubenden Herstellung dieser  nicht-veganen Süßigkeiten noch ein wenig als Komponist versucht, dann sei ihm dieses Freizeitvergnügen gegönnt. Ich finde es jedoch unerhört, dass er sich dazu hergab, das von Rassismus, Misogynie und Hompphobie strotzende Libretto eines gewissen Emanuel Schikaneder zu vertonen. “

Arminius Lupus : “ Und was ist an der Zauberflöte  Ihrer Meinung nach zu kritisieren ? Was stört Sie an der Handlung  besonders ? “

Minimus Veganus : “ Neben der  Königin der Nacht , deren Wutausbruch an eine   Madam , die soeben ihre beste Mitarbeiterin verloren hat , erinnert , sticht  Sarastro und seine  Clique alter weisser Männer hervor . Und wenn Herr Schikaneder in der 3. Szene des 1.Aktes Sarastro die Worte “  Ein Mann muss eure Herzen leiten, denn ohne ihn pflegt jedes Weib  aus ihrem Wirkungskreis zu schreiten “ in den Mund legt, dann beweist dies eine nicht zu tolerierende Einstellung Frauen gegenüber.”

Arminius Lupus : “ Und wie sehen Sie die Figur des Papageno “ ?

Minimus Veganus : “ Papageno – ein sozial Unterprivilegierter ! Er wird für seine Arbeit nicht nach Tarif entlohnt , ganz zu schweigen von Urlaubsanspruch , Krankenversicherung  und Altersvorsorge. Den drei Damen der Oberschicht dient der ” Vogelfänger ” dazu noch als Lustobjekt . Im weiteren Verlauf der Handlung erhält Papageno keinerlei  Zugang zu höherer Erkenntnis und endet schließlich in einer Hetero-Beziehung   zu einer Angehörigen seiner eigenen Klasse “.

Arminius Lupus : “ Da steht noch der Vorwurf des Rassimus im Raum…”

Minimus Veganus : “ Sehen wir einmal davon ab, dass in der Zauberflöte die Sklaverei nicht ausdrücklich  verurteilt wird. In der 3.Szene des 2. Aktes klagt der dunkelhäutige Monostatos : “ Und ich sollt’ die Liebe meiden, weil ein Schwarzer häßlich ist! “ Das ist doch Rassimus pur ! Stünde im Libretto “ Weil ein TÜRKISER hässlich ist “, dann könnte das vielleicht noch als politische Anspielung durchgehen  “.

Arminius Lupus: “ Sie wollen in der Handlung  unterschwellige  Homophobie  entdeckt haben, können Sie ein Beispiel nennen “ ?

Minimus Veganus : “ Bereits im 1. Akt, in der 14.Szene , im Duett Papageno – Papagena hören wir “ Mann und Weib und Weib und  Mann  reichen an die Gottheit an “. Eine Aussage die, zumindest implizit , gleichgeschlechtliche Partnerschaften diskriminiert .”

Arminius Lupus : “ Herr Veganus, die Regie bedeutet mir, dass unsere Zeit abläuft. Darf ich um ein Schlusswort bitten “ ?

Minimus Veganus : “ Ich möchte an dieser Stelle an  Herrn Mozart und an Herrn Schikaneder appellieren , homophobe, misogyne und rassistische Stellen aus dem Libretto zu entfernen und  die Zauberflöte an die gesellschaftlichen Realitäten  anzupassen “.

Arminius Lupus : “ Herr Veganus, ich danke für das Gespräch “

Minimus Veganus : “ Immer wieder gerne “  !

Anm : Bis zum Redaktionsschluss waren die  Herren Mozart und Schikaneder für eine Stellungnahme nicht zu erreichen !

Achtung : Dies ist eine Satire ! Jede Ähnlichkeit mit Personen, Örtlichkeiten oder Vorkommnissen wäre zufällig und unbeabsichtigt !

Links :

Emanuel Schikaneder (Wikipedia)

Wolfgang Amadeus Mozart (Wikipedia)

Textheft zu “ Die Zauberflöte “ (PDF)

J.W. Goethe : Der Zauberflöte zweyter Theil

 Das Frauenbild in der Zauberflöte ( Krautsource )

Die Zauberflöte – eine Polemik

Karl Goepfart : Sarastro (Musikdrama)

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Satire : Der Magier Theodosius Minusculus, sein dämonischer Kater Asmodäus und der Druide Baramus Veganus

Ein magisches Reich, weit hinter der Insel Avalon gelegen .Wer dorthin gelangen möchte, der muss das Tor zur Anderswelt passieren :

Trübe Gedanken plagen den Magier Theodosius Minusculus. Ruhelos wandert er unter dem Tisch seines Arbeitszimmers  im Kreis. Sein schwarzer Kater Asmodäus beobachtet ihn , der Schwanz peitscht aufgeregt hin und her.  Theodosius  weiß, dass Asmodäus in dieser Gemütsverfassung seinen Herrn , durch des Katers Zauberkraft geschrumpft,  gerne am Genick packt , in den Garten trägt und  in einem Maulwurfshügel vergräbt. Trotz dieser Unart liebt Theodosius seinen magischen Familiar . In vielen schweren Stunden war ihm Asmodäus  ein mitfühlender Gefährte und  ein kluger Ratgeber gewesen . Und als Co-Autor bei so mancher magischen Abhandlung war er absolut unverzichtbar .

Theodosius denkt an die Zeit, als er zusammen mit einigen Gleichgesinnten und sehr zum Missvergnügen von Ferromonte, dem damaligen Chefdruiden der Magiervereinigung, einen fortschrittlichen Coven    gründete . Trotz anfänglicher Schwierigkeiten wuchs die  kleine Vereinigung. Veränderungen waren unvermeidlich. So hielten jüngere MagierINNEN Ziegenbock und Besen  als Mittel zur Fortbewegung  nicht mehr für zeitgemäß. Vor allem die sportlichen und figurbewussten HexINNEN (korrekt gegendert ? ) zogen es vor, am Mountainbike zu reiten und damit auf einsamen Waldwegen arglose Wanderer zu erschrecken. Traditionelle Grimoires verstaubten im Bücherschrank, nachdem  magische Apps (für Mac und Android) zum Donwload bereit standen . Das Smartphone ersetzte den Zauberstab und wurde für jede Hexe und für jeden Magier untentbehrlich. Wird eine junge Hexe  auch nur für wenige Augenblicke von ihrem Smartphone getrennt, dann gerät sie in Panik !

Wurde Theodosius  zu dieser Zeit Ziel eines magischen Angriffs ? Er hatte in seinen Mußestunden,  Kater Asmodäus war wie so oft  Co-Autor, ein Buch mit dem apodiktischen Titel “ Magie, wie sie  wirklich ist “ verfasst. Das Manuskript wurde redigiert, korrigiert , vom Lektorat eines Verlages für gut befunden, gedruckt und das fertige Buch kam in den Handel . War das Werk jinxed (verhext )? Sobald ein Leser bei der Lektüre  Seite sieben (!) erreichte, überfiel ihn ein unwiderstehlicher Drang zum sofortigen Einschlafen. Daher  schaffte es bis heute  noch niemand , das Buch zu Ende zu lesen ! Hielt es deshalb der Verleger für keine gute Idee, eine zweite Auflage drucken zu lassen ?

Theodosius sah in der Kristallkugel Uneinigkeit unter den Mitgliedern seines Covens voraus. Und so kam es auch : Der langjährige Druide wurde in den unwirtlichen Norden verbannt und durch den Druiden Baramus Veganus ersetzt. Voll Elan begann dieser  Änderungen durchzusetzen.  Potions  (Zaubertränke)  durften nur mehr nach veganen Rezepturen gebraut werden. Zutaten aus dem Kochbuch der Weird Sisters waren absolutes Tabu :

Oben : Three Witches (scene from Macbeth) by William Rimmer (Wikimedia,Public Domain )

 Trugen bisher die Mitglieder des Covens Roben nach eigenen Entwürfen ,so bestand der Druide darauf, dass sich ausnahmslos ALLE in den Farben des Regenbogens kleideten .

Oben : The witches Sabbath, by Luis Ricardo Falero (Wikimedia.Public domain )

 Wurden  manche Riten, wie es die Tradition vorgab, SKY-CLAD zelebriert,  galt dies von nun ab als politisch unkorrekt, da niemand wegen seiner primären oder sekundären  Geschlechtsmerkmale diskriminiert werden durfte.

Nur wenige der älteren Mitglieder konnten oder wollten diese Neuerungen akzeptieren. Es kam zu Spannungen. Eine Partei, angeführt  von Arigius Liberus Diurnarius , unterstützte  den Druiden.  Auch in magischen Kreisen müssen, zumindest pro forma, demokratische Regeln befolgt werden. Deshalb entschloss sich die Führung des Covens, den magischen Rat noch in der laufenden Amtsperiode neu zu wählen. Da zu diesem Zeitpunkt  in der Anderswelt , weit hinter der Insel Avalon , eine Seuche grassierte die eine Zusammenkunft der MagierINNEN erschwerte, schickte die Wahkommissiom Eulen aus, um die Mitglieder aufzufordern, ihr Stimmrecht per Briefwahl wahrzunehmen. Die eingelangten Stimmen wurden unter notarieller Aufsicht gezählt und die Partei des Arigius Liberus Diurnarius zum Sieger erklärt ! Eine herbe Enttäuschung : Weniger als 30 Stimmen  für den Anführer  der  “ Opposition “ ! Traurigkeit und Resignation herrschten bei Theodosius und seinen Unterstützern.   Was tun ? Selbst Kater Asmodäus wusste  keinen Rat !

Deshalb dreht Theodosius , durch Kater’s Magie  geschrumpft , ruhelos Runde um Runde unter dem Tisch seines Arbeitszimmers. ( ——————An dieser Stelle wurden zwei Sätze, die ein  magus venerabilis  für unpassend  hielt, gestrichen ! ——————————————————————————————————————————-)

Wie wird es weitergehen ? Hat Kater Asmodäus  doch noch ein Ass im Ärmel ? Dies alles  und noch mehr erfahren Sie  in der nächsten Folge !

Symbolfoto : Magischer Steinkreis

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Achtung : Dies ist eine Satire ! Ähnlichkeiten mit Personen, Ereignissen oder Örtlichkeiten wären zufällig und unbeabsichtigt !

Links :

The Book of Abramelin

The Sworn Book of Honorius

Key of Solomon

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Satire : Ein Krakauer Rabbiner und 500 Kniebeugen……

Mit den Worten  : “ Euch meinen Friedensgruß vorausschickend und nach 500 maligem Kniebeugen vor der Herrlichkeit Eurer Gelehrsamkeit..” begann , so berichtete die Neuzeit vom 15. November 1878 , auf Seite 2 , der Krakauer Rabbiner und Abgeordnete zum Reichsrat Simon Schreiber einen Brief an seine Kollegen. Dazu ein  junger Rabbiner, der nicht genannt werden möchte : “ Bescheiden, wie ich bin, finde ich 500 Kniebeugen  ein wenig übertrieben. In meiner Gemeinde genügen 100 Kniebeugen  um dem Rabbiner zu huldigen !  Zudem   befindet sich meine Gelehrsamkeit noch am Beginn ihrer Wachstumsphase “.

Achtung ! Dies ist eine Satire. Jede Ähnlichkeit mit Personen, Örtlichkeiten oder Vorkommnissen wäre zufällig und unbeabsichtigt !

 Links :

Simon Schreiber – Parlament

Shimon Shofer ( Schreiber ) – engl.

Die Neuzeit , 1861 – 1903 (ONB/anno )

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Satire : Ein Whistleblower am nächtlichen Friedhof

CONFIDENTIAL – DESTROY BEFORE READING   !

Ein unbedeutendes “ Shtetl”,  im  IRGENDWO zwischen St.Pölten und dem Ural gelegen. Fand hier  Karl Emil Franzos die Inspiration für  “ Halb-Asien, Land und Leute des östlichen Europa “  ?

Freitag, der 13.. Mitternacht, am Friedhof des Ortes.  Die Untoten beginnen ihre Gräber zu verlassen. Ich bin an diesem schaurigen Ort mit meinem “ Zundgeber “ ( Informanten ) verabredet. Zum Schutz vor Vampiren   trage ich um den Hals einen Kranz Knoblauch, dazu in der Tasche, für den äußersten Notfall, einen ” Flachmann ”  voll  Wunderwasser ,  hochprozentig und 5 Jahre in Eichenfässern gelagert . Aus dem Schatten eines verfallenen Grabmals erscheint ein Schemen, der langsam Gestalt annimmt. Blanker Horror lähmt mich : Vor mir sehe ich die  Gesichtszüge des Starjournalisten einer Bobo-Gazette ! Sekunden später bin ich erleichtert- es ist nur eine Maske, dahinter verbirgt sich der Erwartete und enschuldigt sich für den Schrecken, den er mir eingejagt hat: “ Ich muss meine Identität schützen, man  beobachtet mich schon  seit den Wahlen zum Gemeindevorstand “. Mit diesen Worten drückt er mir einen USB-Stick in die Hand und erhält im Gegenzug die vereinbarten 30 Silberlinge .

Ausschnitt : Armadio degli argenti, pagamento di giuda, ca. 1450, Wikimedia, Public domain

 Wir fixieren  noch ein weiteres Treffen für den nächsten Freitag, der auf einen 13. fällt, selbe Zeit, selber Ort. Dann verschwindet mein Gewährsmann ( ist es denn ein Mann ? ) in der Finsternis, das Geheul der Werwölfe  begleitet seinen Abgang.

Nach einigen Tagen habe ich den  Schrecken des nächtlichen Treffens verarbeitet und entschlüssele den Inhalt des USB-Sticks. Er erzählt  die  Geschichte einer kleinen jüdischen Gemeinde, die im Laufe der Jahre, dank des persönlichen Einsatzes ihrer Mitglieder, beständg wuchs. Wie es auch in anderen Vereinigungen vorkommt, bildeten sich Gruppen mit unterschiedlichen Vorstellungen , aber das Zusammenleben funktionierte.

Um die geneigte Leserschaft nicht zu ermüden – hier nur einige Ausschnitte des umfangreichen Berichts : Wie bereits erwähnt, liegt das “Shtetl”, in dem sich die betreffende Gemeinde befindet, am äußersten Rand des miteleuropäischen Kulturkreises. Und so entstand, vor allem bei den jüngeren Gemeindemitgliedern, der Wunsch nach einem Rabbiner  aus dem  aufgeklärten  Westen . Mehrere  Kandidaten gaben ein kurzes Gastspiel, einer von ihnen  willigte nach längerem Zureden ein, an diesem entlegenen Ort zu “ rabbinern”.

Neue Besen kehren bekanntlich gut ! Der eifrige junge Rabbiner begann voller Elan  Reformen in die Tat umzusetzen :

“ Political Correctnes “ wurde obligatorisch, die Toiletten, früher für Damen und Herren getrennt, wurden zu Unisex umfunktioniert.

Ein bisher in dieser Gemeinde nicht üblicher מנהג  (Brauch) wurde eingeführt : Die Fußwaschung , siehe auch->  רחיצת רגלים וידים לפני התפילה

Auch Pessach erfuhr eine  dem neuen Geist  entsprechende Veränderung  : Der traditionelle Sederteller wurden durch ein Linsengericht, so wie es einst Jakob seinem Bruder Esau servierte (1) , ersetzt. Vegan, bekömmlich und lecker !

Mit  Erlass vom 31. Februar 2020   wurde kundgemacht , dass die Bezeichnung  “Staat Israel “ politisch unkorrekt und nur mehr die Bezeichnung   الكيان الصهيوني  ( Zionist entitiy ) statthaft sei. Alternativ könne von “ besetzten Gebieten “ gesprochen werden . Die Sammelbüchsen des  קרן קימת לישראל  (Jüdischer Nationalfonds) wanderten in die Rumpelkammer !

Ein Passus  im Dienstvertrag gestand dem Rabbiner  Titel und Privilegien eines מרא דאתרא  zu. Und somit  war eine dem Rang entsprechende Dienstkleidung erforderlich. Eine solche, ähnlich der des sefardischen Oberrabbiners von Jerusalem, wurde in Auftrag gegeben. Leider verhinderte die derzeitige Covid- 19 Pandemie die Fertigstellung.

Über vorgezogene Wahlen zum Gemeindevorstand  wird zu einem späteren Zeitpunkt berichtet !

ACHTUNG : DIES IST EINE SATIRE ! JEDE ÄHNLICHKEIT MIT PERSONEN, ÖRTLICHKEITEN ODER VORKOMMNISSEN WÄRE ZUFÄLLIG UND UNBEABSICHTIG !

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Fußnote :

(1) Die Geschichte Esau’s und Jakob’s – unfromm nacherzählt

Links :

Stichting muckraker

Whistleblowing International Network

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Satire : Die Geschichte Esau’s und Jakob’s , unfromm nacherzählt von einem אפיקורוס

“It ain’t necessarily so,it ain’t necessarily so. The things that you’re liable to read in the Bible,it ain’t necessarily so .”- George Gershwin : Porgy and Bess

Streng  urteilte der Prophet Hosea ( הושע בן בארי ) im 8. Jahrhundert vor der Zeitrechnung  über Stammvater Jakob :

הושע פרק יב- ג: וְלִפְקֹד עַל-יַעֲקֹב כִּדְרָכָיו, כְּמַעֲלָלָיו יָשִׁיב לוֹ

( Hosea 12,3: Darum geht der Herr mit Israel ins Gericht, / er straft Jakob für sein Verhalten / und zahlt ihm heim, wie es seine Taten verdienen.)

הושע פרק יב-ד: בַּבֶּטֶן, עָקַב אֶת-אָחִיו

Hosea 12, 4 : Schon im Mutterleib hinterging er seinen Bruder )

Damit bezieht sich der Prophet Hosea  auf die Erzählung von der Geburt Jakobs und Esaus in  בראשית פרק כה  ( Gen. 25, 24- 26) :

(1)  וַיֵּצֵא הָרִאשׁוֹן אַדְמוֹנִי, כֻּלּוֹ כְּאַדֶּרֶת שֵׂעָר; וַיִּקְרְאוּ שְׁמוֹ, עֵשָׂו.  כו וְאַחֲרֵי-כֵן יָצָא אָחִיו, וְיָדוֹ אֹחֶזֶת בַּעֲקֵב עֵשָׂו, וַיִּקְרָא שְׁמוֹ, יַעֲקֹב  

(Und der Erste kam heraus, rötlich, am ganzen Leibe wie ein härener Mantel; und man gab ihm den Namen Esau. Und danach kam sein Bruder heraus, und seine Hand hielt die Ferse Esaus; und man gab ihm den Namen Jakob ) .

Die  Brüder wuchsen heran. Während Esau als Jäger durch das Gelände streifte, ließ sich Jakob im ” Hotel Mama ” von seiner Mutter ריבקה (Rebekka) verwöhnen. ( Gen. 25, 27-28 ) Als kulinarischer Autodidakt  entwickelte Jakob ein beachtliches Talent zur Komposition stets neuer  raffinierter Rezepte. Ob er insgeheim von einer Karriere als Haubenkoch  in einem  Sterne-Restaurant träumte ? Darüber schweigt  die biblische Erzählung . Das in Gen. 25, 29 –30  erwähnte Gericht – נְזִיד עֲדָֹשִׁים – war der Höhepunkt seiner Kreativität  und bescherte selbst dem verwöhntesten Gourmet eine  geschmackliche Grenzerfahrung. עדשים אדומות ( rote Linsen ) (2) , eine Nacht lang in lauwarmem Wasser eingeweicht , danach abgeseiht und auf kleiner Flamme behutsam gekocht, bildeten die Grundlage. Dazu geröstetes Gazellenfleisch , fein würfelig geschnitten .Es konnte aber auch zartes Lamm verwendet werden. Die exquisite Mischung von תַבְלִינִים (Gewürzen ) verlieh dem Ganzen die unverkennbare  Geschmacksnote. Reichlich שום ( Knoblauch ) in der Rezeptur sollte שֵדִים (Dämonen) abwehren .

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Gioacchino Assereto : Issak segnet Jakob ( 1640 ) – man beachte Rebekkas Geste !

Jakob saß ,wie so oft, vor seinem Kochtopf und war  dabei, das, was darin köchelte, mit einer Prise getrockneter und gemahlener  אזובית המדבר sowie mit einigen דודָאִים  zu verfeinern . (3)  Der Wind trug den verführerischen Duft zu Esau, der soeben von der Jagd heimkehrte .

Mhm, riecht lecker !  Krieg ich was davon ab ? “ .“ Gerne , Bruderherz, kostet aber eine Kleinigkeit”. “ So, was denn ? “ “ Nur dein Erstgeburtsrecht “.“ Lass den Quatsch,ich sterbe vor Hunger ! ”. “ Dann geh doch ins Küchenzelt. Dort gibt es etwas Gutes : Die  Reste der vergangenen Woche als Eintopf. ”O.K., kannst mein Erstgeburtsrecht haben, aber ich kriege eine doppelte Portion . Deal ?“ Deal ! “. Esau aß mit Appetit und ließ sich noch Nachschlag geben . War eine besondere Zutat in Jakob’s Gericht die Ursache , dass  Esau einem gewissen Verlangen nicht widerstehen konnte ? Ohne Zeit zu verlieren eilte er , fröhlich ein Liedchen trällernd,  zu einem Schäferstündchen mit seiner  kanaanitischen  פילגש. Den Handel mit Jakob tat Esau als bedeutungslose Neckerei unter Brüdern ab. Jahre vergingen. An  Isaaks Wohnort wurden die wirtschaftlichen Verhältnisse schwierig, der Familienclan war zur Migration ins Land der Philister gezwungen . Die Story von Isaak, Rebekka , König Abimelech und weshalb es Isaak vorzog, nach באר שבע  weiterzuziehen  finden wir in Gen.26, 1-33. Sehr zu Isaaks und Rebekkas Missvergnügen verguckte sich ihr älterer Sohn Esau dort in zwei dralle Hethiterinnen ( Gen,26,34 ).Was, wenn auch ihr Lieblingssohn Jakob eine שִׁיקסָה  nach Hause brächte ? Rebekka sah dringenden Handlungsbedarf ! Wie sie es in die Wege leitete, sowohl Isaak als auch Esau zu hintergehen erzählt Gen. 27,1-40. Als Jakob Zweifel an dem gewagten Plan äußerte, versprach sie, selbst die Verantwortung  zu übernehmen(Gen27,13). Isaak wurde von Ehefrau und Sohn   gemeinsam  hinters Licht geführt. Für Esau blieb nur ein auf den ersten Blick fragwürdiger Segen  (4) . Als Esau erkannte, dass er von seinem Bruder  besch…en worden war, stieß er Drohungen aus, die, selbst bei größter Nachsicht , nicht mehr als millieubedingte Unmutsäußerungen  entschuldigt werden konnten. Rebekka hielt es daher für ratsam , Jakob aus der Schusslinie zu nehmen. Sie gab ihm die Adresse ihres Bruders Laban in  פדן ארם (Paddan Aram) , dazu  Reisegeld aus ihrem Sparstrumpf, ein üppiges Lunchpaket sowie eine Garnitur warmer Unterwäsche und Jakob  machte sich, nachdem er sich zuvor noch von seinem Vater verabschiedet hatte, auf den Weg zu Rebekka’s Verwandtschaft .  Esau schäumte vor Wut ! Aus purem דווקא  (zum Trotz) nahm er sich noch zwei Hethiterinnen (im Doppelpack gab es nämlich Rabatt ! ). Jakob war glücklich  bei Onkel Laban angekommen . Sofort stach ihm die hübsche דוֹדָנִית  ( Cousine )  רָחֵל (Rachel)  ins Auge . Kurz entschlossen hielt er um ihre Hand an. Wie Jakob von Laban kräftig übers Ohr gehauen wurde , das lesen wir in  Gen.29, 18 – 30 . Im Gegenzug nutzte Jakob sein Wissen , das er sich in Jahren des Schafhütens erworben hatte, um sich auf  Schwiegervaters’s  Kosten beträchtlichen Wohlstand zu verschaffen, was wiederum den Söhnen Labans sauer aufstieß ( Gen. 30, 25-43, Gen. 31, 1-18 ). Bevor sich Jakob deshalb samt Anhang heimlich davonmachte, wurde Laban noch von der eigenen Tochter beklaut ( Gen.31, 32 ) (5) . Zu guter Letzt gab es für Jakob und Esau ein Happy – End : Die Brüder versöhnten sich ( Gen.33, 1- 15) !

Was wir  aus der Esau- Jakob – Laban Erzählung  lernen können :

1. Bei Geschäften mit Verwandten stets äußerste Vorsicht walten lassen

 2. Unter keinen Umständen dem Arbeitgeber vertrauen

Nachtrag : Die Bibel berichtet von Menschen mit allen ihren Tugenden und Fehlern. Hier wurde versucht, die Geschichte von Esau und Jakob aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und den  biblischen Text ein wenig frei in die Sprache unserer Zeit zu übertragen. Es ist keinesfalls beabsichtigt, religiöse Lehren herabzuwürdigen oder Gefühle zu verletzen.

Fußnoten :

(1)  עקב (Subst. ) = Ferse , עָקְבָה – List, Nachstellung , weitere Bedeutung :

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Ein freundlicher kleiner Mann mit langem Bart, Rabbiner einer chassidischen Gemeinschaft, pflegte ,vermutlich um nicht an Jakobs List (siehe auch Gen.27,36) zu erinnern, dessen Namen nasal auszusprechen, das hörte sich wie Ja-n-kov ( Ursprung der Koseform “ Jankele “ ? ) an. Dieser Brauch aus dem Osten soll noch heute in  aschkenasisch – orthodoxen Gruppierungen lebendig sein.

(2) מבשלים עם עדשים כתומות

(3) דודָא  – Mandragora officinalis – über die dieser Pflanze zugeschriebene Wirkung muss hier, aus Gründen der Schicklichkeit, geschwiegen werden . Siehe auch Gen 30,14-17 .

(4) Ob Isaak voraussah, dass  Esaus Nachkommen  dereinst auf gewinnträchtigen Erdölvorkommen sitzen würden ?

 (5) “Das Wort »Familienbande« hat einen Beigeschmack von Wahrheit”- Karl Kraus

Links :

תבלינים תמונות-Orientalische Gewürze-Bilder

לא רק טעם וריח: תבלינים שהם בריאות

Mujaddara  – ein uraltes orientalisches Linsengericht, das erstmals in der Bibel erwähnt wurde

Esaus Linsengericht ( Rezept )

Schnelles Linsen-Dal (Rezept)

Rezeptbuch – biblisch kochen (PDF)

Orientalische Rezepte – Köstlichkeiten aus 1001 Nacht

46 Israelische Rezepte

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Satire : Josef in Ägypten , der Eunuch des Pharao und #MeToo…

“ It ain’t necessarily so,It ain’t necessarily so .The things that you’re liable,to read in the Bible,it ain’t necessarily so “ – ( George Gershwin : Porgy and Bess )

Etwa 1420 Jahre vor der Zeitrechnung : Der Hirtenjunge aus Kanaan , der  von Höherem träumte ( Genesis, Kap. 37, Vers 5- 11 ), hatte es geschafft : Midianitische Kaufleute – heute würden wir sie Schlepper nennen – brachten Josef an das damalige  Wunschziel so manches Wirtschaftsmigranten, nach Ägypten .  Das Glück war ihm gnädig ,er fand einen Job bei Herrn Potiphar, dem “ Obersten der Leibgarde “, der ihn von den Midianitern freikaufte. So weit, so gut, nur verschweigen die meisten Bibelübersetzungen ein Detail, welches sich für den Fortgang der Geschichte als bedeutungsvoll erweisen könnte. Werfen wir daher einen Blick auf den hebräischen Text des Buches Genesis  :

בראשית פרק לט : וְיוֹסֵף, הוּרַד מִצְרָיְמָה; וַיִּקְנֵהוּ פּוֹטִיפַר סְרִיס פַּרְעֹה שַׂר הַטַּבָּחִים, אִישׁ מִצְרִי, מִיַּד הַיִּשְׁמְעֵאלִים, אֲשֶׁר הוֹרִדֻהוּ שָׁמָּה

Josefs Brötchengeber war also, laut Genesis, Kap39 (hebr.), ein סְרִיס ( Eunuch ) in gehobener Position( שַׂר הַטַּבָּחִים ).( Sowohl in biblischer Zeit als auch später bekleideten Eunuchen häufig wichtige Ämter in Armee und Verwaltung (1) ). Musste sich Herr Potiphar, um dem Anforderungsprofil dieser prestigeträchtigen und vermutlich gut dotierten Stelle zu  entsprechen, einem kleinen Eingriff unterziehen ? Machte ihm sein Dienstherr, der Pharao, ein  Angebot , dessen Ablehnung Majestätsbeleidigung bedeutet hätte ?

Zu Eunuchen ( סריסים ) in Bibel und Talmud verfasste Rabbiner Löwy aus Grosz-Kanisza in der  Neuzeit vom 2. März 1877 (ONB/anno) folgenden Beitrag  :

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Jacopo Tintoretto : Josef und die Frau des Potiphar ( ca. 1544)

Josef war also im Hause des Potiphar,brachte es zum Chefbutler und hielt den Laden am Laufen . Sein Boss brauchte sich um nichts  zu bekümmern und konnte sich in aller Ruhe seinen Mahlzeiten widmen ( Genesis, Kap.39, Vers 6 ). Dieselbe Stelle erwähnt noch, dass Josef ein hübscher Bursche war,oder, wie seine ChefIN fand, “ein leckeres Sahneschnittchen” . So ging alles seinen geregelten Gang, bis …. Benutzen wir doch unsere Fantasie und begeben wir uns auf eine  Zeitreise ins  Ägypten der 18. Dynastie ( Neues Reich ) , etwa in die Zeit des Pharao Amenophis II. ( 1425 – 1401 vor der Zeitrechnung ). Die Reichshauptstadt Memphis im Nildelta, an einem heißen und schwülen Sommertag : Frau Potiphar langweilt sich  schrecklich ! Ach, gäbe es doch schon Fernsehen mit romantischen Seifenopern oder wenigstens  ein Smartphone, um mit den sieben besten Freundinnen Klatschgeschichten auszutauschen !!! Ein Jammer, dass bis zur Deckung dieser  “Grundbedürfnisse ” noch Jahrtausende vergehen müssen . Ob sich die Damen der höheren Klassen des alten Ägyptens die Zeit mit Versandhauskatalogen und Regenbogenpresse zu vertreiben pflegten ? Das  ist keinem der bisher aufgefundenen Papyrii zu entnehmen. Vielleicht könnte ein kompetenter  Ägyptologe wie  Jan Assmann  einen Beitrag zum Thema verfassen ?   Und seit ihr Eheherr im Dienste des Pharao seine Männlichkeit opferte, fühlt  sich die Gute ein wenig unausgefüllt. Aber da ist doch dieser junge Hebräer, den sie keinesfalls von der Bettkante stoßen würde. Gehörte die persönliche Betreuung der Dame des Hauses etwa nicht zu seinem im Arbeitsvertrag festgelegten Aufgabenbereich ? Im Haus munkelt man ohnedies schon, dass , wenn sich der Chef auf Dienstreise in  Theben oder Elephantine  befindet …. . Leider schweigt sich der biblische Text darüber aus.

Und so könnte es sich zugetragen haben : Josef, der zur Zeit in einem Formtief steckt oder, was ebenso denkbar ist, soeben sein Pulver anderswo verschossen hat und deshalb ein wenig Zeit zur Regeneration bräuchte , schafft es dieses Mal nicht, den Wunsch von Frau Potiphar zu erfüllen und macht sich unter einem Vorwand aus dem Staub . Nach einer kurzen Schrecksekunde, denn so etwas war ihr bisher noch nie geschehen, kocht die Wut der enttäuschten Frau hoch ! (2) Das von Josef zurückgelassene Hemd in der Hand, läuft sie durch das in tiefster Mittagsruhe liegende Haus, mit lautstarkem “ #MeToo, #MeToo, #MeToo  !  ” alarmiert sie ihren Gemahl, der soeben bei der Lektüre des Memphis – Chronicle  eingenickt war , und klagt ihm unter Krokodilstränen schluchzend, Josef habe versucht, sie zu……….

Ob Herr Potiphar die Story, die ihm seine Holde auftischt, für bare Münze nimmt ?  Wohl kaum ! Denn statt Josef  um einen Kopf zu kürzen oder ihn den heiligen Krokodilen vorzuwerfen (3) , macht er ihn zum Assistenten des Direktors des Staatsgefängnisses, von dem Genesis , Kap. 39, Vers 22 – 23, durchblicken lässt, dass dieser zur Bequemlichkeit neigt und froh ist, wenn ihm die lästige Büroarbeit abgenommen wird.  Und so beginnt Josefs Karriere, nicht zuletzt dank seiner Erfindung der  psychoanalytischen Traumdeutung ( ein wenig Hofklatsch liefert wertvolle Informationen ) . Über Joseph’s spätere Funktion bei Getreidespekulationen zu Lasten der bäuerlichen Bevölkerung  sind HIER einige Anmerkungen zu lesen. Als kleines Dankeschön für seine Mitwirkung bei der Einführung des Feudalsystems wird Josef mit der Priestertochter Asenat verheiratet ! (4 )

Nachtrag : Die Bibel berichtet von Menschen mit allen ihren Tugenden und Fehlern. Hier wurde versucht, die Geschichte Josephs aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und den biblischen Text ein wenig frei in der Sprache unserer Zeit darzustellen . Es ist keinesfalls beabsichtigt, religiöse Lehren herabzuwürdigen oder Gefühle zu verletzen.

Fußnoten :

(1)  Unter den Heerführern König Sanheribs im Feldzug gegen Jerusalem findet sich der רב סריס ( Obereunuch ) – 2.Könige, Kap. 18, Vers 17 .:

וַיִּשְׁלַח מֶלֶךְ אַשּׁוּר אֶת תַּרְתָּן וְאֶת רַב סָרִיס וְאֶת רַבְשָׁקֵה מִן לָכִישׁ אֶל הַמֶּלֶךְ חִזְקִיָּהוּ בְּחֵיל כָּבֵד יְרוּשָׁלָםִ וַיַּעֲלוּ וַיָּבֹאוּ יְרוּשָׁלַםִ וַיַּעֲלוּ וַיָּבֹאוּ וַיַּעַמְדוּ בִּתְעָלַת הַבְּרֵכָה הָעֶלְיוֹנָה אֲשֶׁר בִּמְסִלַּת שְׂדֵה כוֹבֵס: וַיִּקְרְאוּ אֶל הַמֶּלֶךְ וַיֵּצֵא אֲלֵהֶם אֶלְיָקִים בֶּן חִלְקִיָּהוּ אֲשֶׁר עַל הַבָּיִת וְשֶׁבְנָה הַסֹּפֵר וְיוֹאָח בֶּן אָסָף הַמַּזְכִּיר

(2) Jedes Ungemach, nur kein Ungemach durch die zurückgesetzte Frau .“-  Ben Sirach,Kap. 25, Vers 14

     Kein Gift ist schlimmer als Schlangengift, / kein Zorn schlimmer  als Frauenzorn”- Ben Sirach, Kap.25,Vers 15, 

(3) Nach einer  außerbiblischen Quelle erweist sich Josefs Unschuld (“..sein Hemd war von hinten zerrissen….” ) . Er zieht jedoch das Gefängnis vor, um dort vor weiblichen Nachstellungen und vor weiblicher Hinterlist sicher zu sein.

(4) Die spätere rabbinische Tradition macht Asenath zur Tochter Dinas und Sichems, die von Potifera lediglich adoptiert wurde. Damit wird das exegetische Problem gelöst, dass Josef mit einer Nichtjüdin, sogar der Tochter eines heidnischen Priesters, verheiratet gewesen sei. Siehe auch :

 Die Josefserzählung in rabbinischer und islamischer Tradition (Google Books )

 LINKS :

Joseph in Ägypten : Getreidespekulation in biblischer Zeit

  Josefsgeschichte ( Wikipedia )

Josef und Asenat (Wikipedia)

Josef und Asenat – Volltext – Deutsch ( Wikisource )

Byzanz : Narses- ein Eunuch im Kampf gegen die Ostgoten

Jusuf und Suleika

Buchtipp :

Jan Assmann : Ägypten – eine Sinngeschichte

Fischer – Taschenbuchverlag

ISBN 3-596-14267-9

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Satire : Die Geschichte von David und Batseba, Versuch einer ketzerischen Umdeutung

“ It ain’t necessarily so, it ain’t necessarily so. The things that you’re liable to read in the Bible , it ain’t necessarily so “ – George Gershwin : Porgy and Bess

Etwa um das Jahr 1000 vor der Zeitrechnung : David ,der ehemalige Anführer einer Freischar, war als König etabliert. Es gab jedoch Zores mit entfernt Stammesverwandten, den Ammonitern . Die ammonitische Stadt Rabba (1) wurde, angeführt von Davids Neffen und Heermeister Joab, durch die israelitischen Truppen belagert, unter denen sich auch fremde Söldner – Krethi und Plethiהַכְּרֵתִי וְהַפְּלֵתִי ) – befanden (2) .  Namentlich genannt wird in Samuel 2,11,3  der hetitische Militärberater Uriah ( אוריה החתי). David zog nicht selbst mit ins Feld, er blieb in seinem gemütlichen Palast, was so manchen seiner alten Kampfgefährten sauer aufgestoßen sein dürfte. Kritische Bemerkungen könnten im nicht sehr komfortablen Feldlager umgegangen sein : “ Wie frieren uns hier den A…. ab und der Chef lässt es sich bei Wein, Weib und Gesang gutgehen” ( Soldaten haben stets was zu meckern ! ). Nicht weit von Davids Residenz lebten in einer komfortablen Dienstwohnung , Wellnessbereich inklusive , Uriah und seine attraktive Frau Batseba (בת שבע ) . Konnte es sein, dass Madame Batseba mit ihrer Situation unzufrieden war und beschloss, sich auf den Weg nach ganz oben zu machen, koste es was es wolle ? Aus dem blühenden Hofklatsch kannte sie die Schwäche König Davids für das “schönere ” Geschlecht und darauf basierte ihr Plan , mit dem sie den arglosen König umgarnen wollte:

שמואל ב יא :  וַיְהִי לְעֵת הָעֶרֶב וַיָּקָם דָּוִד מֵעַל מִשְׁכָּבוֹ וַיִּתְהַלֵּךְ עַל גַּג בֵּית הַמֶּלֶךְ וַיַּרְא אִשָּׁה רֹחֶצֶת מֵעַל הַגָּג וְהָאִשָּׁה טוֹבַת מַרְאֶה מְאֹד.

( 2.Samuel , 11,  2 : Als David einmal zur Abendzeit von seinem Lager aufstand und auf dem Flachdach des Königspalastes hin- und herging, sah er von dort aus eine Frau, die badete. Die Frau war sehr schön anzusehen.)

Batseba kannte  die Gewohnheit Davids, nach dem Abendessen auf dem Flachdach seines Palastes einen Verdauungsspaziergang zu  machen . Sobald sie sicher war ,von ihm gesehen zu werden , begann sie damit, ihre unverhüllte,üppige  Schönheit ( בַּת־שֶׁבַע–Tochter der Fülle ?) ins rechte Licht zu setzen. Bald stellte sich der Erfolg ein und  König David ließ  zu einem romantischen “ Candlelight Supper “ bitten.  Der Anfang war geschafft, der Weg in das königliche Schlafzimmer frei.(2.Samuel, 11  ) . Es gab nur noch ein kleines Problem  : Batseba’s  Ehemann, der entsorgt werden musste. Aber da würde sich  ein Weg finden .

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Cornelis van Haarlem :  Batseba im Bad (1594 ) –  Rijksmuseum Amsterdam

An einem schönen Abend flüsterte Batseba dem König ihr “ süßes Geheimnis “ ins Ohr – sie war schwanger . “ Ja hast du denn nicht verhütet ? “  “ Mein König, ihr wisst doch, dass die Anti-Baby Pille erst in Jahrtausenden erfunden wird “.  “ Mein teures Bathsebalein,  unbeschreibliche Wonne meiner Nächte, wie kannst du mir das bloß antun ? Du weißt doch, dass ich in der Bibel vorkomme !. Was sollen denn die Leute denken, wenn sie in ferner Zukunft meine Geschichte lesen ? Denk doch an den Schaden, denn mein Image nehmen wird ! ”. Nach einigen weiteren Schrecksekunden , als er sich der möglichen Folgen bewusst wurde, gefror David das  Blut in den Adern.  Das Heer, darunter auch Batsebas Ehemann, war  an der Front und er trieb es mit der Frau eines seiner Offiziere – das hätte eine Militärrevolte auslösen und ihn den Kopf kosten können. Doch nach kurzem Nachdenken hatte er die scheinbar rettende Idee : “ Dein Mann wird zur Berichterstattung in den Palast zitiert. Das gibt ihm Gelegenheit, dich liebevoll in die Arme zu schließen, worauf  nach einigen Monaten der lange ersehnte Nachwuchs kommt. Eine Win-Win Situation für  alle. “ Dies war jedoch  nicht im Sinne von Batseba und sie beschloss, durch diese Rechnung einen dicken Strich zu machen. Wie es weiterging, das entnehmen wir 2.Samuel, 11, 6-13 : Uriah erhielt seinen  Marschbefehl, kam zum König und erstattete ihm Bericht . “ Mein lieber  Uriah ”, mag David gesagt haben , “ deine Frau verzehrt sich gewiss  schon in Sehnsucht nach dir, also lass sie nicht länger warten “. Doch Uriah erlebte eine herbe Enttäuschung . Entweder hatte seine Holde ihre Migräne oder sie brach einen kleinen Streit vom Zaun ( “ Du bist mir untreu, du treibst es mit allen, die nicht bei drei auf dem Baum sind…..“ ) – Uriah musste im Personalquartier übernachten. Kein Mann gibt gerne zu, dass er des ehelichen Schlafzimmers verwiesen wurde, deshalb schob Uriah einen Grund für die Nichterfüllung seiner ehelichen Pflichten vor ( 2.Samuel, 11,  11 ). König David ermunterte  Uriah jedoch  , es nochmals zu versuchen und Batseba zu zeigen, wer der Herr im Hause war. Zu diesem Zweck gab er ihm die Gelegenheit, sich vorher reichlich Mut anzutrinken (2.Samuel, 11,13 ). Doch auch dies erwies sich als Fehlschlag. In dieser Situation musste Plan B aktiviert werden . So sehr es König David auch bedauert haben mochte, schließlich würde er einen fähigen Truppenoffizier verlieren , es blieb keine Wahl : Joab erhielt die Anweisung, Uriah auf ein Himmelfahrtskommando zu schicken ( 2.Samuel, 11,14 ). (3) Wie geplant,  starb Uriah den Heldentod und wurde von seiner ( schwangeren ) Witwe gebührend betrauert ( 2.Samuel, 11, 28 ). Nun war der Weg frei, nach kurzer Schicklichkeitsfrist konnte Batseba Davids Frau werden und bald darauf kam ihr beider  Sohn zur Welt.

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Michelangelo : Der Tod des Uriah (1509- Sixtinische Kapelle)

Der Prophet Natan ( נתן הנביא )  hielt dem König David eine heftige Strafpredigt  ( 2.Samuel, 12, 1- 14 ). Nachdem Natan gegangen war, erkrankte der Säugling . An dieser Stelle    berichtet der biblische Text vom paradoxen Verhalten Davids ( 2.Samuel, 12,15-23 ). Hätte das Kind überlebt, dann als Beweis für den Ehebruch Davids und Batsebas. Nach einiger Zeit  gebar  Batseba  Salomo ( 2.Samuel, 12,24). (4) Für längere Zeit verschwindet  Batseba aus der biblischen Erzählung. Erst als es gilt, ihrem Sohn Salomo den Thron zu sichern,  tritt sie wieder in Erscheinung ( 1.Könige, 1, 28-31 , 2, 13-22, ).

Nachtrag: Die Bibel berichtet von Menschen mit allen ihren Tugenden und Fehlern. Hier wurde versucht, die Geschichte von David und Batseba aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und den  biblischen Text ein wenig frei in die Sprache unserer Zeit zu übertragen. Es ist keinesfalls beabsichtigt, religiöse Lehren herabzuwürdigen oder Gefühle zu verletzen.

.Fußnoten :

(1)   Video : Die Ruinen von Rabbath Ammon

 (2)Krether und Plether unter ihrem Anführer Benaja bildeten die Leibwache König Davids “-( 2. Samuel, 8,18 ). Weshalb legte sich König David eine Truppe von  Body-Guards  aus fremden Söldnern zu ? Hegte er Zweifel an der Loyalität der Stämme Israels ?

 (3)  Uriasbrief – Wortherkunft

 (4) Und diese wurden ihm in Jerusalem geboren: Schima, Schobab, Natan, Salomo – diese vier waren Söhne der Batseba, der Tochter Ammiëls  “ ( 1.Chronik 3,5)

Link :

 Die Bene Chet ( Hethiter )

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