Jüdisches Museum Hohenems : Die Teilacher……

Text : Jüdisches Museum Hohenems
Fotos + Video ( HIER abrufbar ) : Yitzchak M. Feuerstein

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Oben : Michel Bergmann

Was wurde aus den Überlebenden des Holocaust, die als DPs, als Displaced Persons in Frankfurt, München oder auch in Hohenems landeten? Michel Bergmann hat seine – gerade unter dem Titel „Es war einmal in Deutschland“ verfilmte – Romantrilogie, die mit dem Buch „Die Teilacher“ begann, mit schelmischem Witz diesem „Leben danach“ gewidmet.

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ISBN : 978-3-423-14030-0

1946, Frankfurt am Main.” Sie hausen in ausrangierten Güterwaggons, in Kellern, halben Ruinen, ehemaligen Krankenhäusern. Die Treppen baufällig, die Nachbarn grimmig. Das politische Klima frostig, der Blick in die Zukunft schemenhaft. Fast alle sind sie aus den Lagern gekommen, oft als einzige Überlebende in ihrer Familie. Doch jetzt ist Aufbruch angesagt: Bei Eis und Schnee, bei Regen und Sonnenschein, mit Citroën und Horch, mit Volkswagen, Opel und Tempo-Dreiradpritsche sind sie Tag für Tag unterwegs, um allerlei Dinge zu verkaufen. Wie viel Kraft hat es gekostet, wieder an Liebe, Nestbau und Zukunft zu glauben?Michel Bergmann, 1945 als Kind jüdischer Eltern in einem Internierungslager in der Schweiz geboren, zog mit seinen Eltern nach einigen Jahren in Paris nach Frankfurt am Main. Nach journalistischen Anfängen arbeitet er als Autor, Regisseur und Produzent. Seit über 15 Jahren schreibt er Drehbücher für Film und Fernsehen. Alle seine Bücher sind als Taschenbücher bei dtv, München erschienen. Wir zeigten den Film „Es war einmal in Deutschland“ in Kooperation mit dem Filmforum Bregenz am 31.1.2018 um 20 Uhr im Metrokino Bregenz ►<http://www.jm-hohenems.at/veranstaltungen/es-war-einmal-in-deutschland>, mit anschließendem Gespräch mit Michel Bergmann. Am 2.2. fand eine weitere Filmvorführung um 22 Uhr ►<http://www.jm-hohenems.at/veranstaltungen/es-war-einmal-in-deutschland-2> statt (ohne Gespräch).

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Michel Bergmann : Machloikes Arche Verlag, Zürich 2011. ISBN 9783716026663

Weitere Titel von Michel Bergmann :

Weinhebers Koffer ( Amazon )

Alles was war ( Amazon)

Herr Klee und Herr Feld ( Amazon)

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Jüdisches Museum Hohenems : Vom Arlberg nach Kanada. Georg Eisenschimmel und die Pfarrkirche Stuben

Text : Jüdisches Museum Hohenems
Video (HIER abrufbar ) + Foto Mag. Thöny : Yitzchak M. Feuerstein

Do, 18. Jan 2018, 19:30-21:30 Uhr 
Vom Arlberg nach Kanada. Georg Eisenschimmel und die Pfarrkirche Stuben
Präsentation der Edition Skispuren Nr. 1 des Vereins Foundation Friends of Hannes Schneider.

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Mitte  : Hannes Schneider , Rechts :   Rudolf Gomperz (1)

Im Rahmen des von der Diözese Feldkirch und dem Vorarlberg Museum initiierten Projekts “Leuchtende Bilder” fand im Sommer 2016 in der Pfarrkirche Stuben am Arlberg eine Veranstaltung statt, bei der die Geschichte der Kirche und insbesondere der drei Glasfenster im Mittelpunkt stand. Der Fokus wurde dabei vor allem auf jenes Fenster gerichtet, das 1934 von Georg Eisenschimmel, einem aus Wien stammenden jüdischen Industriellen, gestiftet wurde. In den 1930-er Jahren hatte sich derselbe am Arlberg niedergelassen, wo die von Hans Feßler geplante Villa Eisenschimmel in St. Anton errichtet wurde.

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Die Eisenschimmel Villa in St. Anton, wurde arisiert, und ist schließlich verschwunden (Umbau in ein Hotel ? )

Nachdem er mit seiner Familie noch vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nach Übersee emigrieren konnte, überdauerten seine wertvolle Kunstschätze die Kriegsjahre, indem sie in Stuben am Arlberg versteckt und vor dem Zugriff der Nationalsozialisten bewahrt werden konnten. Eisenschimmel nannte sich seit den 1940-er Jahren George Encil und wurde in Kanada zu einem bedeutenden Förderer des Skisports. Seine Lebensgeschichte und die Verknüpfungen mit dem Skilauf am Arlberg sind Inhalt einer Publikation des Vereins Foundation Friends of Hannes Schneider, die an diesem Abend von Mag. Christof Thöny präsentiert wird.

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Mag. Christoph Thöny

Eine gemeinsame Veranstaltung der Foundation Friends of Hannes Schneider, des Jüdischen Museums Hohenems und der Katholischen Kirche Vorarlberg.

(1) Hanno Loewy : Wunder des Schneeschuhs? (WINA)

      Hanno Loewy:  Wahres Drama um eine verdrängte Geschichte ( Vorarlberger Nachrichten )

Felix Mitterer : Kein schöner Land

 

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Jüdisches Museum Hohenems : Weibliche Aspekte G-ttes und religiöse Praxis im Judentum

Vortrag und Gespräch mit Rabbinerin Elisa Klapheck (Frankfurt am Main)

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Text : Jüdisches Museum Hohenems
Foto : Yitzchak M.Feuerstein

Macht es für ein modernes religiöses Verständnis Sinn, die weibliche Seite Gottes hervorzuheben? In den 1980er Jahren führten jüdische Feministinnen viele Formulierungen in den Gottesdienst ein, um Gottes weibliche Seite, die Schechina oder den Aspekt der Barmherzigkeit (Rachamim) anzureden. Der Bibelforschung zufolge war die Weiblichkeit Gottes auch schon in der Antike von zentraler Wichtigkeit. Sind das Inspirationen für heute oder bestätigen sie nur eine Geschlechter-Dichotomie? Elisa Klapheck ist Rabbinerin des „egalitären Minjans“ der Jüdischen Gemeinde Frankfurt und Professorin am Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften der Universität Paderborn. Eine Veranstaltung im Begleitprogramm zur Ausstellung „Die weibliche Seite G-ttes“.

Videoaufzeichnung des Abends –> HIER

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Jüdisches Museum Hohenems : Natur und Weiblichkeit

Text : Jüdisches Museum Hohenems
Foto und Video : Yitzchak M. Feuerstein

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Buchpräsentation  von Katharina Waibel (Hohenems)

So wie der weibliche Körper sich zyklisch erneuert, wird auch die stetige Erneuerung unserer pflanzlichen Umwelt im Zusammenhang mit dem Zyklus des Mondes wahrgenommen. Historisch wurde das Weibliche immer wieder mit der Natur, ihren undurchsichtigen Geheimnissen und oftmals zweideutig mit todbringenden oder heilenden Kräften in Verbindung gebracht. Die Autorin Katharina Waibel stellt im Gespräch mit Anika Reichwald ihre in Hohenems erschienenen Bücher wildes weiber wissen (2014) und wilde weiber wünsche (2015) vor und spricht über die Kräfte der Natur und die starke Präsenz des Weiblichen in diesem Kontext. Katharina Waibel lebt als Autorin und Kräuterkundlerin in Hohenems. Eine Veranstaltung im Begleitprogramm zur Ausstellung „Die weibliche Seite Gottes“

Video “ Natur und Weiblichkeit “ ( 38 min. ) –> HIER abrufbar.

Zu Katharina Waibel :

Über mich sowie

Wildes Weiber Wissen

Wilde Weiber Wünsche

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Jüdisches Museum Hohenems : 400 Jahre Schutzbrief Hohenems

Von Dr.Hanno Loewy
Fotos und Video: Yitzchak M. Feuerstein

Während sich Adelsherrschaften und Reiche zu Nationen wandelten, überschritten die europäischen Juden – manchmal freiwillig und oftmals erzwungen – alle nationalen und kulturellen Grenzen. Und suchten zugleich einen Ort des Bleibens. Hohenems war ein solcher Ort, in der Mitte und an der Peripherie Europas zugleich.
In der Geschichte der Hohenemser Juden erscheint die Geschichte Europas wie unter einem Brennglas. Und in einer Zeit der Verunsicherung, in der die Gestalt Europas mehr Rätsel aufgibt denn je, ist der Blick auf diese Geschichte ein möglicher Schlüssel für die Antworten nach denen wir suchen.

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Oben : Jüdischea Museum Hohenems – Hanno Loewy – Festakt im Palast Hohenems – Sonntag, 2. Juli 2017

Einleitung , als Video HIER abrufbar.

400 Jahre Hohenemser Schutzbrief – Festakt Festvortrag von Dan Diner (Tel Aviv)

Von der Vormoderne in die Moderne, am Beispiel des jüdischen Hohenems.

Die jüdische Geschichte in Hohenems begann an der Schwelle zur Neuzeit, im Übergang der Epochen. Jüdisches Leben entwickelte sich hier an einem Schnittpunkt europäischer Räume, zwischen Norden und Süden, Westen und Osten.
Während sich Adelsherrschaften und Reiche zu Nationen wandelten, überschritten die europäischen Juden – manchmal freiwillig und oftmals erzwungen – alle nationalen und kulturellen Grenzen undnd suchten zugleich einen Ort des Bleibens. Hohenems war ein solcher Ort, in der Mitte und an der Peripherie Europas zugleich.
In der Geschichte der Hohenemser Juden erscheint die Geschichte Europas wie unter einem Brennglas. Und in einer Zeit der Verunsicherung, in der die Gestalt Europas mehr Rätsel aufgibt denn je, ist der Blick auf diese Geschichte ein möglicher Schlüssel zu den Antworten, nach denen wir suchen.

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Festrede als Video – HIER

Dan Diner lehrte zuletzt Moderne Europäische Geschichte an den Universitäten in Jerusalem und Leipzig. Er leitete das Institut für Deutsche Geschichte an der Universität Tel Aviv und das Simon-Dubnow-Institut in Leipzig. Dan Diner ist u.a. der Herausgeber der Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur und Autor zahlreicher Standardwerke zur europäischen, nahöstlichen und jüdischen Geschichte, z.B. Das Jahrhundert verstehen. Eine universalhistorische Deutung (München 1999), Versiegelte Zeit. Über den Stillstand in der islamischen Welt (Berlin 2005), Rituelle Distanz. Israels deutsche Frage (München 2015).

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400 Jahre Hohenemser Schutzbrief – Festakt –  Konzert mit jüdischer Musik des Barocks.

Begegnungen: Venezianische Barockmusik und hebräische Liturgie
Ein Konzert mit jüdischer Musik des Barock von

 Salomone Rossi (1570–1630), Francesco Cavalli (1602–1676),
Marco Uccellini (1603–1680) und Benedetto Marcello (1686–1739)
Ensemble »La Dafne«
Michele Andaló, Countertenor / Stefano Rossi, Violine
Ayako Matsunaga, Violine / Rosita Ippolito, Viola da Camba
Valeria Montanari, Clavicembalo
Vokalensemble Animantica
Lucia Schwarz / Sarah Morandini / Ramona Häfele

Über die Biografie des Komponisten Salomone Rossi aus der Familie der »Haadoumim« (1) ist nur wenig bekannt: als gläubiger Jude im ausgehenden 16. Jahrhundert, dem Übergang von der Renaissance zur Barockzeit, gehörte er einer Kultur und einem Glauben an, die gerade noch im Zeichen der Inquisition verfolgt worden waren. Umso bemerkenswerter ist es, dass dieser hochtalentierte Komponist, der sich »Il ebreo« nannte, mit Hilfe von christlichen und israelitischen Mäzenen eine fundierte musikalische Ausbildung am Hof von Mantua absolvieren und sich eine angesehene Reputation in der europäischen Musiklandschaft erarbeiten konnte.
Seine Werke wurden bis nach Portugal gefeiert und hatten ähnliche Bedeutung wie die seines Zeitgenossen Claudio Monteverdi. Rossi reformierte die hebräische Liturgie seiner Zeit mit seinen von der christlichen Harmonie und Kontrapunktlehre inspirierten Werken. Er war des Italienischen ebenso mächtig wie des Hebräischen und verarbeitete beide Sprachen musikalisch gleichwertig.

 (1) Siehe auch : l’Institut Européen des Musiques Juives

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Jüdisches Museum Hohenems : Frau Weisheit und Maria, die Geliebte.

Von Dr. Hanno Loewy
Foto und Video : Yitzchak M. Feuerstein

Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Ursula Rapp (Salzburg) :

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Weibliche Aspekte des christlichen Gottesbildes

„Vater unser“ und der „Herr der Heerscharen“ bestimmen mit dem Herrn und Bruder Jesus Christus die christliche Rede von Gott im aufgeklärten Westeuropa. Bis in die mittelalterliche Theologie und Mystik aber war das anders, da wurde Gott erfahren als weise Frau, die nach Gerechtigkeit ruft, zum (Abend)Mahl einlädt und Schutz und Geborgenheit gibt. Sowohl biblische Sprachbilder weiblicher Gottesattribute, die biblische Weisheit und Maria als Geliebte Gottes zeugen von vielfältigen weiblichen Aspekten der christlichen Gottheit und des christlichen Glaubens. Ursula Rapp (1) ist Theologin und Professorin an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Edith Stein, Salzburg. Ihre Schwerpunkte in Lehre und Forschung liegen in der Alttestamentlichen Bibelwissenschaft und im interreligiösen Lernen. Eine Veranstaltung im Begleitprogramm zur Ausstellung „Die weibliche Seite Gottes“.

Videoaufzeichnung des Vortrags  : HIER abrufbar

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Abbildung : Stundenbuch Ritus Tournai ( Jüdisches Museum Hohenems )

(1) Vorarlberg : Theologin Ursula Rapp fordert mehr Verständnis für Islam

                            Interreligiöses Zusammenleben: Ohne Wissen gibt es kein Verstehen

     Dr. Ursula Rapp ist neue Institutsleiterin der KPH-Edith Stein in Feldkirch

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Aus dem Jüdischen Museum Hohenems : Eröffnungsreden der „emsiana 2017 “

Empfehlung von Direktor Hanno Loewy :

Video : Festrede, zur Eröffnung der “ emsiana 2017 “ gehalten von  Najem Wali – über Flüchtlinge aktuell –  HIER abrufbar .

Fotos und Video : Yitzchak M. Feuerstein

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Najem Wali ,geboren 1956 in Basra (Irak), flüchtete 1980 nach Deutschland und lebt heute als Schriftsteller in Berlin. Er ist Kulturkorrespondent der arabischen Tageszeitung Al-Hayatلحياة ) und schreibt regelmäßig für die „Süddeutsche Zeitung“, „Neue Zürcher Zeitung“ und „Die Zeit“. 2014 erhielt er den Bruno Kreisky Preis.

 

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Von Najem Wali  erschienen : Im Kopf des Terrors – Töten mit und ohne Gott sowie Bagdad Marlboro 

Link : Jüdisches Museum Hohenems

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Aus dem Jüdischen Museum Hohenems : Monotheismus, Pluralismus und Geschlecht

Von  Dr. Hanno Loewy

Fotos und Video : Yitzchak M. Feuerstein

Vorträge und Gespräch mit Prof. Dr. Micha Brumlik (Berlin) und Prof. Dr. Jan Assmann (Konstanz)
Di. 9. Mai 2017 :

Die Vorstellung des „einen Gottes“ brach mit dem Pluralismus „heidnischer“ Götter und Göttinnen, Idole und Ahnenkulte. Mit der Idee eines einzigen, bildlosen Gottes stand auch die Bindung des Heiligen an die Polarität der Geschlechter zur Disposition.

Jan Assmann diskutiert den Preis, den die Durchsetzung des Monotheismus und seines universellen Wahrheitsbegriffs gefordert hat und geht zurück auf die Vorstellung weiblicher Gottheiten, wie der ägyptischen Isis und deren Spuren in der Entwicklung der monotheistischen Religionen. Die Ägypter lebten in einer Welt voller Götter, die sie sich nicht von außen geschaffen, sondern von innen, aus einem Gott, entstanden dachten. Ihnen fehlte die scharfe Unterscheidung von Gott und Welt, wie sie das biblische Weltbild kennzeichnet. Über griechische (hermetische, neuplatonische) Quellen lebte dieses Weltbild als „kosmotheistische“ Unterströmung im Abendland weiter und verband sich vor allem mit der Göttin Isis als „Mutter Natur“ oder Natura naturans.

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Dr. Hanno Loewy im Gespräch mit Micha Brumlik (links) und Jan Assmann (rechts)

Micha Brumlik diskutiert die polaren Geschlechterbedeutungen innerhalb der monotheistischen Gottesvorstellung, nicht zuletzt am Beispiel der Gnosis. Dabei wird deutlich, dass der Monotheismus durchaus seine eigene Form des Pluralismus finden konnte und kann. Zudem trägt auch der eine Gott des Judentums – biblisch und nachbiblisch – weibliche Züge; Eigenschaften, die später von der jüdischen Mystik, der Kabbala, entfaltet wurden.

Jan Assmann (1) lehrte Ägyptologie, Religions- und Kulturwissenschaften in Heidelberg und löste mit seinen Publikationen zum kulturellen Gedächtnis und zur Entstehung des Monotheismus produktive Kontroversen aus. Er ist seit seiner Emeritierung Honorarprofessor für Allgemeine Kulturwissenschaft in Konstanz.

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Von li. nach re.: Micha Brumlik, Jan Assmann

Micha Brumlik lehrte Erziehungswissenschaften in Heidelberg und Frankfurt am Main, und erwies sich immer wieder als streitbarer politisch-philosophischer Denker und Publizist – und als kritischer Akteur im interreligiösen Dialog. Er ist derzeit Seniorprofessor am Zentrum Jüdische Studien Berlin – Brandenburg .

Videomitschnitt des Abends – > HIER

Eine Veranstaltung im Begleitprogramm zur Ausstellung „Die weibliche Seite Gottes

(1)  Jan Assmann : Moses der Ägypter – Entzifferung einer Gedächtnisspur , Fischer – Taschenbuch, ISBN 3-596 – 14371 – 3

      Jan Assmann : Ma’at – Gerechtigkeit und Unsterblichkeit im alten Ägypten , Verlag C.H. Beck, ISBN 13 – 978 – 3- 406 – 45943 – 6

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Jüdisches Museum Hohenems : Die weibliche Seite Gottes

Text : Dr. Hanno Loewy
Fotos : Yitzchak M. Feuerstein

 

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Aktuelle Ausstellung : Die weibliche Seite Gottes 30. April bis 8. Oktober 2017

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems
In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Frankfurt
und dem Museum of the Bible, Washington DC

Im biblischen Buch Genesis 1,27 heißt es: „Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.“

Das Jüdische Museum Hohenems stellt eine herausfordernde Frage an die monotheistischen Religionen: Kann der nach jüdischer, christlicher und muslimischer Tradition „einzige Gott“ auch anders als männlich verstanden werden? Die Ausstellung wirft einen kritischen Blick zurück auf die Quellen aus der sich die Idee des „einen Gottes“ speiste, und auf traditionelle Bilder des Weiblichen in der religiösen Tradition. Sie entdeckt verborgene und verdrängte Überlieferungen alternativer Vorstellungen des Göttlichen. Die Möglichkeit einer – mal mehr mal weniger – sexuell weiblich definierten Dimension Gottes blitzt in der hebräischen Bibel, in außerkanonischen Schriften und in der rabbinischen Literatur auf.

Explizit lebt sie vor allem in der jüdischen Mystik fort – um im 20. Jahrhundert folgenreich wiederentdeckt zu werden: nicht zuletzt in der Praxis jüdischer, christlicher und muslimischer Frauen und in den Arbeiten von Künstlerinnen, die den Rahmen überkommener Bilder von Geschlecht und Heiligkeit sprengen.

Im Alten Orient wurden weibliche Gottheiten meist nur in enger Verbindung zu ihren männlichen Partnern wahrgenommen. Das spiegelt sich auch in der Herausbildung des Jahwismus wider. Obwohl das Bilderverbot auch die Frage nach einer konkreten Geschlechterzuschreibung ausschloss, wurde das Verständnis von Gott, „dem Herrn“, in den monotheistischen Weltreligionen eindeutig männlich definiert.

Die Ausstellung hinterfragt Vorstellungen von Weiblichem als negativer Antithese zu Männlichem und stellt jüdische und andere Frauen in den Blick, die ihre eigenen Dimensionen des Göttlichen suchten und suchen.

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Eröffnungsrede Rabbinerin Bea Wyler, Wettingen (1)

Video : HIER

 

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Einführung : Dr. Felicitas Heimann-Jelinek , Kuratorin, Wien

Video : HIER

Kuratorinnen :
Felicitas Heimann-Jelinek und
Michaela Feurstein-Prasser (xhibit, Wien)
Projektorganisation :
Hanno Loewy, Birgit Sohler (Hohenems)
Architektur :
Martin Kohlbauer (Wien)
Grafik und Design :
atelier stecher (Götzis)
Roland Stecher, Thomas Matt
Redaktion :
Rudolf Jelinek (Wien)

Übersetzungen :
Lilian Dombrowski (Raanana)
Tamar Avraham (Jerusalem)
Vermittlung :
Tanja Fuchs, Judith Niederklopfer-Würtinger,
Angelika Purin (Hohenems)
Sekretariat :
Gerlinde Fritz (Hohenems
Technik :
Dietmar Pfanner (Hohenems)

Impressionen zur Ausstellung Fotos (PDF ) :  Jüdisches Museum Hohenems (Hyperlink)

Het Joodse museum in Hohenems (Oostenrijk ) :

Tijdelijke tentoonstelling : De vrouwelijke kant van God  ( Zondag 30 April 2017 tot Zondag 08 Oktober 2017 )

Gerelateerd :

Hoe vrouwelijk is God? (TROUW)

(1) Jüdische Gelehrte Bea Wyler –  Frau Rabbiner ( Neue Zürcher Zeitung )

 

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