Wien : Der Oberrabbiner, der “ militant säkulare Staat “ und “ Handshake “ mit einer Frau

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21.Mai 2017 : OR Arie Folger  beim Straßenfest der IKG Wien
Foto : p.k.

Oberrabbiner Folger: “Da ist doch etwas krank” ( DER STANDARD, Online – Ausgabe, 16.November 2017 ) – in diesem Beitrag äußert sich Oberrabbiner Arie Folger zu Themen wie FPÖ, Burschenschafter, Antisemitismus sowie zu Fragen der jüdischen Identität. Dabei scheint Herrn Folger  der “ militant – säkulare “ Staat (1) Sorgen zu bereiten ,( Zitat) :

Das ist doch eine Katastrophe! Ein Verwandter von mir hat in Frankreich studiert. Eine Prüfung fiel auf den Samstag, den Sabbat. Die Uni war nicht bereit, eine Alternative anzubieten. So hat er damals ein Semester verloren. In solchen Fällen verhält sich der Staat nicht neutral, sondern militant säkular. (Zitatende )

Zu seinem von ihm selbst nicht in Abrede gestellten Problem , Frauen die Hand zu reichen (Zitat ) :

STANDARD: Eine Frage der Integration ist ja auch das Handreichen. Sie selbst ziehen es vor, Frauen nicht die Hand zu geben.

Folger: Daraus wird eine zu große Geschichte gemacht. Es gibt Länder in Asien, da gilt das Reichen der Hand fast als Beleidigung. Ob jemand einer Person des anderen Geschlechts die Hand schüttelt, ist eigentlich nicht wesentlich, solange klar ist, dass er Frauen nicht missachtet. Missachtung von Frauen ist jedoch ein schlimmes Problem. Meine Frau und ich geben bevorzugt jemandem des anderen Geschlechts nicht die Hand, reichen jedoch die Hand unserer Herzen. Aber jede Hand, die mir ausgestreckt wird, erwidere ich. Das ist mein Kompromiss zwischen den Kulturen…” (2) (Zitatende ).

Selbstverständlich will niemand das Recht Herrn Folgers, seine Meinung zu äußern, in Frage stellen! Um nicht aus den Zitaten einen falschen Eindruck zu gewinnen, wäre es sinnvoll, den kompletten Beitrag und dazu einige der 1075 (!) Postings  zu lesen.

Dieses Interview wurde in eben jenen Tagen , in denen in der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Vorstandswahlen stattfanden , veröffentlicht !

Seit Jahren sind in manchen jüdischen Gemeinden Tendenzen zur Rückbesinnung auf überwunden geglaubte Traditionen und Verhaltensweisen zu beobachten, und dies betrifft nicht nur die Orthodoxie !

Eine Stadt im “ Osten “, irgendwo zwischen St.Pölten und dem Ural ( mehr wird nicht verraten ). Dort gibt es eine kleine jüdische Gemeinschaft, die sich selbst als liberal bezeichnet und die in ihren Anfängen eher der Reformbewegung zugerechnet wurde.

Bei meinen nostalgisch motivierten sporadischen Besuchen konnte ich dort seit längerer Zeit Veränderungen in die konservative Richtung  bemerken . Kleinigkeiten gewiss, die mich jedoch nachdenklich stimmten :  So fand ich zu meinem Erstaunen im dortigen  Bücherregal, neben einigen sehr schönen Talmudbänden , zwei Exemplare des von Rabbiner S. Ganzfried , einem “ Gegner des Reformjudentums “, verfassten  “ Kizzur Schulchan Aruch“קצור שלחן ערוך (Kizzur Schulchan Aruch , Hebräisch – Deutsch zum Download -> HIER ) .  Yiddish wird wieder eifrig  gepflegt, vor einigen Monaten konnte ich dort, neben anderen Mitteilungen, einen Flyer entdecken, mit dem , in den Tagen  von Smartphone und  Dating – Apps ,eine Heiratsvermittlerin (שדכנית )ihre Dienste anbot. (3) . Seit einigen Monaten “ rabbinert “ in dieser Gemeinde ein braver junger Mann, der seine Aufgabe offensichtlich sehr ernst nimmt und sich nach Kräften bemüht, jüdisches Wissen zu vermitteln. Einer seiner geplanten  Lehrvorträge hat “ Mussar “, zum Thema (4) , in nicht-orthodoxen Gemeinden eher unüblich . Ob ich bei meinem nächsten Besuch eine “ Mechitzah “ (מחיצה ) vorfinden werde ? Smiley

Nachlese :

ברוך ………… שלא עשני רבי

Jewish Telegraph : Chief Rabbi told that a rabbi was not a job for Jewish boy

Weihnachten 2015 – den Christen ist ein Kind geboren und der IKG Wien wurde ein neuer Oberrabbiner beschert !

Reformrabbiner : Gebet bei Konkurs, Scheidung, Abtreibung…

(1) דינא דמלכותא דינא

(2) Unter meinen Erinnerungsstücken an eine leider vergangene Zeit befindet sich ein Video : Der Rabbiner einer liberalen Gemeinde küsste den Damen nach erfolgter “ Aliyah” (Aufruf zur Torah) die Hand.

(3) Scholem Aleijchem : Marienbad – ein Roman in Briefen

(4) – Mussar BewegungRabbiner Israel Salanter

p.k.

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St.Pölten 2016 : ".und sie malten Davidsterne. "

1. Oktober 2016 – lange Nacht der Museen. Die ehemalige Synagoge in St.Pölten bot Besuchern, die sich durch die vorhergehenden musikalischen Darbietungen nicht in die Flucht singen ließen  Glimlach, nach einem Vortrag zum Thema “ Ornamentik in Synagogen “ die Gelegenheit, selbst ein wenig mit Farbe und Schablonen zu experimentieren und durch Farbüberlagerungen dekorative Effekte zu erzielen :

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Dekor neben dem Thoraschrein (Ausschnitt)  :

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Mittels Schablonen erstellte Muster an der Seitenwand :

 

 

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Originalschablonen, mit welchen die Wanddekorationen , 31 verschiedene Motive umfassend, 1913 nach den Entwürfen der Architekten Schreier und Postelberg  geschaffen wurden. Im Zuge der Renovierung der Synagoge in den 1980-iger Jahren auf dem Dachboden gefunden , ermöglichten sie die beinahe originalgetreue Rekonstruktion der Innenraumdekoration  :

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Kaiser Franz Josef I.  im Ornat des Königs von Böhmen. Da die Synagoge zu Ehren  des Kaisers benannt wurde war beabsichtigt, dieses Gemälde in der Eingangshalle anzubringen, dieser Vorschlag stieß jedoch auf Widerstand….:

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Die Wahrheit “ , 22.8.1913 :

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Leuchtschrift straßenseitig :

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Zur Geschichte der St.Pöltener Kultusgemeinde : “ Gott und Kaiser “, Hg. von Marta Keil im Auftrag des Stadtmuseums St.Pölten.

p.k.

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A : Frauen in Grazer Synagoge auf Empore verwiesen…

……meldete die “ Kleine Zeitung “ (Graz) in ihrer Online – Ausgabe  vom 24. April 2016 : “ Erstmals wurden beim Pessachfest am Freitag Männer und Frauen in der Synagoge getrennt. Das entspreche dem traditionellen Ritus und habe mit Diskriminierung nichts zu tun “….

Zum Artikel : Kleine Zeitung

Elie Rosen im Gespräch : Neubeginn in Graz (WINA) 

Zweifellos ist eine Gemeinde von orthodoxer Ausrichtung berechtigt, auf die Einhaltung traditioneller Gepflogenheiten zu achten. Ob dies der zukünftigen Entwicklung der Gemeinde zuträglich ist oder eher nicht – darüber mögen die Meinungen auseinandergehen.

Wir werden gegebenenfalls weiter berichten !

p.k.

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Vakante Stelle eines OBERRABBINERS – jedoch mit einem kleinen Haken .

Diese  Ausschreibung der  freigewordenen Stelle eines Oberrabbiners in der Gemeinde Kurima (Kurim,CZ) erschien in der “ Jüdischen Presse “ (Wien)  am 7.Jänner 1938 :

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Neben dem Nachweis der fachlichen Qualifikation   musste sich der Bewerber um die ausgeschriebene Stelle auch bereit erklären, die Tochter seine Vorgängers im Amt, eine  junge, kinderlose גרושה  ( Geschiedene ), zu ehelichen ! Weshalb die Gemeindeführung ihrem zukünftigen Oberrabbiner diese Bedingung stellte ist nicht bekannt, darüber lässt sich nur spekulieren !


Wer wohl die Stelle , inklusive “גרושה “ , bekam ?  War es möglich , dass beide glücklich wurden, die junge Frau in der Ehe und der neue  Oberrabbiner in seinem Amt , obwohl kurze Zeit später für die Juden dunkle Zeiten begannen ? . Konnte das Paar der Verfolgung entkommen ? Wir wissen es nicht !

p.k.

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Wien : Samuel Laster und die dunkle Seite der Macht…

Von der Persona non grata zum „Staatsfeind Nr. 1“!

von Ernst M. Stern

“..Samuel Laster ist ein streitbarer Journalist, einer von der notorisch „unbequemen“ Sorte, und Betreiber der Internetzeitung „Die Jüdische“. Was ihn auszeichnet, ist sein „G’spür“ für interessante Stories und Aufgreifen für andere Medien zu brisanter Themen. ….”

Nachzulesen in  Die Jüdische und  der bund .

Mag es auch so mancher der “ Parnassim “ bedauern –  kritische Journalisten , wie in Saudi – Arabien geschehen , zu  2000 Peitschenhieben zu verurteilen – das sieht unsere Rechtsordnung, zumindest derzeit , nicht vor !

Erst heute musste  ich  einen lieben Bekannten in der IKG Innsbruck auf die in Österreich noch geltende Meinungs – und Pressefreiheit hinweisen und ihm die Lektüre von

Medien und Grundrechte “ in VÖZ nahelegen.

Empfohlen  : Gustav Freytag : Die Journalisten (Projekt Gutenberg )

p.k.

" Die Jüdische " – Wien : IKG entließ einen Mitarbeiter während eines Arbeitskampfes .

von Alexandra Hahlweg und Samuel Laster, 11.1.2016

“…..Donnerstagabend gegen 19 Uhr eine Szene, wie geschaffen für einen drittklassigen Mafiafilm. Der “Pate” Ariel Muzicant gab dem Mann, der ihn drei Jahre lang regelmäßig beschützte und notfalls sein Leben für den Schutz des Immobilienhändlers gegeben hätte, zum ersten Mal die Hand. “Ich brauch dich morgen nicht mehr”, sagte er trocken. Daraufhin wurde der Sicherheitsmann in die Zentrale der jüdischen Gemeinde gebeten, wo ihm seine Waffe abgenommen wurde. Fristlose Entlassung. Begründung: “Vertrauensbruch”. Sonst kein Wort, keine Geste, nicht einmal der Versuch Höflichkeit vorzuheucheln oder gar Wertschätzung auszudrücken……….”

Zum vollständigen Artikel :   DIE JÜDISCHE

Ob und wie die Führung der IKG Wien DARAUF  wohl reagieren wird ?  In Saudi – Arabien, so berichteten  Medien, wurde ein kritischer Journalist  kürzlich nicht nur zu einer Gefängnisstrafe verurteilt , zusätzlich soll der  Mann  auch noch   2000 Peitschenhiebe erhalten !!

 Dazu : תלמוד בבלי מסכת מכות – !!!

BISLANG war im gesamten 2. Bezirk noch kein פשקוויל  mit den Konterfeis von  Frau Hahlweg und  Herrn Laster, darüber das  Wort “ חרם “- in großen Lettern gedruckt – zu finden !  Glimlach  Glimlach

p.k.

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Schweiz : Und wieder steht eine Synagoge vor dem AUS….

Schweiz : Der letzte Beter macht das Licht aus

Kleinstgemeinde Kreuzlingen schließt zum Jahresanfang ihre Pforten

07.01.2016 – von Peter Bollag

Mehr in : JÜDISCHE ALLGEMEINE

Nach der streng orthodoxen Gemeine Luzern ( siehe APIKOROSTYROL ) wird  in der Schweiz nun auch eine eher liberale  Gemeinde geschlossen ! Kreuzlingen schließt, so die Jüdische Allgemeine, jedoch nicht wegen Überalterung, sondern wegen  Abwanderung der jungen Leute in die Ballungszentren.

Die Jüdische Gemeinde St.Gallen beklagt, so war zu hören, gleichfalls beträchtlichen Mitgliederschwund. Seit jedoch in St. Gallen der Rabbiner Tovia Ben Chorin ( vor Jahren Rabbiner von OR CHADASCH Zürich ) amtiert, besuchen , wie “unter vorgehaltener Hand “ zu erfahren war, einige Juden aus Vorarlberg die Synagoge St.Gallen CH , obwohl sie dadurch “ fremdgehen “, denn die Vorarlberger  Juden sind seit Beginn des 20. Jahrhunderts “ Untertanen “:-)) der  Israelitischen Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg  , eine Regelung, aus den damaligen Gegebenheiten heraus entstanden, deren Sinnhaftigkeit  im Angesicht der heutigen Situation zu hinterfragen wäre. Im Lauf der vergangenen Jahre nahm die Zahl der in Vorarlberg lebenden Juden stetig zu und es entwickelte sich, nicht zuletzt durch den rührigen Direktor desJüdischen Museums Hohenems  gefördert, in Vorarlberg beachtliches jüdisch- kulturelles  Leben .

Wen würde es überraschen, sollten unsere Vorarlberger Freunde früher oder später “ mit den Füßen abstimmen “ denn keine Verfassung der IRG und auch kein Israelitengesetz kann das Arlbergmassiv “ wegjudizieren “ !

Ob man/frau in der IRG Wien und in der IKG Innsbruck sich dieser Entwicklung bewusst und gewillt sind, den neuen Umständen Rechnung zu tragen ?

Wer zu spät kommt – den bestraft das Leben “ – Michail Gorbatschow anlässlich seines Besuches 1989 in der DDR zugeschrieben.

p.k.

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IKG Wien : Dem Laster eine klare Absage….?

Die Jüdische “ – Rubrik “ Jüdisches Österreich “- 22.12.2015 :

Habemus Rabbam! – Oberrabbiner – Kür mit einigen Misstönen  , ein  etwa zeitgleich im BUND (Online) erschienener Beitrag von Ernst Meir Stern.

So weit, so gut ! Wenn jedoch dem Herausgeber der “ Jüdischen “ , Herrn Samuel Laster, den persönlich kennenzulernen mir leider noch nicht möglich war, wie Herr Stern berichtet, der Zutritt mit der Begründung , dass Herr Laster nicht mehr Gemeindemitglied sei , verwehrt wurde,  weshalb überrascht  das nicht ?  Vor einigen Monaten, als ich in einer Wiener Synagoge das Gespräch auf  Herrn Laster brachte, bekam ich nur ausweichende Antworten.

Und wenn laut redaktioneller Fußnote zu “ Habemus Rabbam “  – Zitat : “ Die Mitgliedschaft von Samuel Laster wurde wegen mangelnder Transparenz  der Verwendung der Mitgliedsbeiträge und fragwürdiger Politik der IKG- Führung von ihm selbst vorübergehend ruhend gestellt. “- Herr Laster sich schon vor längerer Zeit zu diesem Schritt entschlossen hat, dann ist nicht nur seine konsequente Haltung zu respektieren  , auch die Begründung  verdient es , dass man/frau sich darüber  Gedanken macht   !

Kann es, unter Umständen, möglicherweise , vielleicht, sein, dass Frau Hahlwegs / Herrn Lasters  Artikel vom 17.12.2015 :

Mit Sicherheit ein Skandal ….. (1) ein wenig übelgenommen wurde ?

War   besonders die  Wortwahl in diesem  Fall  etwas “ zu direkt “ ? (2)

(1) Mein (Stief) Schwiegersohn – Israeli – war vor etlichen Jahren bei der “ Securitiy “ der IKG – Wien beschäftigt. Bei der Sozialversicherung wurde er, so ich mich richtig erinnere, als “ ORDNER “ angemeldet !!

(2) Dezemberausgabe 2015 von “  VILLAMEDIA – MAGAZINE OVER JOURNALISTIEK (NL), Seite 21 :

“..Boos op een journalist, bel je jurist. Het gebeurt steeds vaker, zeggen journalisten..”

( Sinngemäß:… Böse auf einen Journalisten ? Ruf deinen Anwalt an. Das geschieht immer öfter, sagen Journalisten… .p.k.)

“..Zeg niet ‘ fraude ‘ of  ‘ bedroeg ‘ maar ‘ misleiding’ ; geen ‘ dubieuse ‘ maar ‘ discutable facturen ‘

( Sinngemäß : “ ..sag nicht ‘ Betrug ‘ oder ‘ Schwindel “ sondern ‘ Täuschung ‘; keine ‘ zweifelhaften ‘ sondern ‘ zu hinterfragende Rechnungen ‘ p.k.)

p.k.

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