Satire : Ein Whistleblower am nächtlichen Friedhof

CONFIDENTIAL – DESTROY BEFORE READING   !

Ein unbedeutendes “ Shtetl”,  im  IRGENDWO zwischen St.Pölten und dem Ural gelegen. Fand hier  Karl Emil Franzos die Inspiration für  “ Halb-Asien, Land und Leute des östlichen Europa “  ?

Freitag, der 13.. Mitternacht, am Friedhof des Ortes.  Die Untoten beginnen ihre Gräber zu verlassen. Ich bin an diesem schaurigen Ort mit meinem “ Zundgeber “ ( Informanten ) verabredet. Zum Schutz vor Vampiren   trage ich um den Hals einen Kranz Knoblauch, dazu in der Tasche, für den äußersten Notfall, einen ” Flachmann ”  voll  Wunderwasser ,  hochprozentig und 5 Jahre in Eichenfässern gelagert . Aus dem Schatten eines verfallenen Grabmals erscheint ein Schemen, der langsam Gestalt annimmt. Blanker Horror lähmt mich : Vor mir sehe ich die  Gesichtszüge des Starjournalisten einer Bobo-Gazette ! Sekunden später bin ich erleichtert- es ist nur eine Maske, dahinter verbirgt sich der Erwartete und enschuldigt sich für den Schrecken, den er mir eingejagt hat: “ Ich muss meine Identität schützen, man  beobachtet mich schon  seit den Wahlen zum Gemeindevorstand “. Mit diesen Worten drückt er mir einen USB-Stick in die Hand und erhält im Gegenzug die vereinbarten 30 Silberlinge .

Ausschnitt : Armadio degli argenti, pagamento di giuda, ca. 1450, Wikimedia, Public domain

 Wir fixieren  noch ein weiteres Treffen für den nächsten Freitag, der auf einen 13. fällt, selbe Zeit, selber Ort. Dann verschwindet mein Gewährsmann ( ist es denn ein Mann ? ) in der Finsternis, das Geheul der Werwölfe  begleitet seinen Abgang.

Nach einigen Tagen habe ich den  Schrecken des nächtlichen Treffens verarbeitet und entschlüssele den Inhalt des USB-Sticks. Er erzählt  die  Geschichte einer kleinen jüdischen Gemeinde, die im Laufe der Jahre, dank des persönlichen Einsatzes ihrer Mitglieder, beständg wuchs. Wie es auch in anderen Vereinigungen vorkommt, bildeten sich Gruppen mit unterschiedlichen Vorstellungen , aber das Zusammenleben funktionierte.

Um die geneigte Leserschaft nicht zu ermüden – hier nur einige Ausschnitte des umfangreichen Berichts : Wie bereits erwähnt, liegt das “Shtetl”, in dem sich die betreffende Gemeinde befindet, am äußersten Rand des miteleuropäischen Kulturkreises. Und so entstand, vor allem bei den jüngeren Gemeindemitgliedern, der Wunsch nach einem Rabbiner  aus dem  aufgeklärten  Westen . Mehrere  Kandidaten gaben ein kurzes Gastspiel, einer von ihnen  willigte nach längerem Zureden ein, an diesem entlegenen Ort zu “ rabbinern”.

Neue Besen kehren bekanntlich gut ! Der eifrige junge Rabbiner begann voller Elan  Reformen in die Tat umzusetzen :

“ Political Correctnes “ wurde obligatorisch, die Toiletten, früher für Damen und Herren getrennt, wurden zu Unisex umfunktioniert.

Ein bisher in dieser Gemeinde nicht üblicher מנהג  (Brauch) wurde eingeführt : Die Fußwaschung , siehe auch->  רחיצת רגלים וידים לפני התפילה

Auch Pessach erfuhr eine  dem neuen Geist  entsprechende Veränderung  : Der traditionelle Sederteller wurden durch ein Linsengericht, so wie es einst Jakob seinem Bruder Esau servierte (1) , ersetzt. Vegan, bekömmlich und lecker !

Mit  Erlass vom 31. Februar 2020   wurde kundgemacht , dass die Bezeichnung  “Staat Israel “ politisch unkorrekt und nur mehr die Bezeichnung   الكيان الصهيوني  ( Zionist entitiy ) statthaft sei. Alternativ könne von “ besetzten Gebieten “ gesprochen werden . Die Sammelbüchsen des  קרן קימת לישראל  (Jüdischer Nationalfonds) wanderten in die Rumpelkammer !

Ein Passus  im Dienstvertrag gestand dem Rabbiner  Titel und Privilegien eines מרא דאתרא  zu. Und somit  war eine dem Rang entsprechende Dienstkleidung erforderlich. Eine solche, ähnlich der des sefardischen Oberrabbiners von Jerusalem, wurde in Auftrag gegeben. Leider verhinderte die derzeitige Covid- 19 Pandemie die Fertigstellung.

Über vorgezogene Wahlen zum Gemeindevorstand  wird zu einem späteren Zeitpunkt berichtet !

ACHTUNG : DIES IST EINE SATIRE ! JEDE ÄHNLICHKEIT MIT PERSONEN, ÖRTLICHKEITEN ODER VORKOMMNISSEN WÄRE ZUFÄLLIG UND UNBEABSICHTIG !

Anregungen, Mitteilungen und selbstverständlich auch herbe Kritik sind stets willkommen, bitte  HIER klicken !

Fußnote :

(1) Die Geschichte Esau’s und Jakob’s – unfromm nacherzählt

Links :

Stichting muckraker

Whistleblowing International Network

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