Heinrich Heine : “ Beleidige nur nicht den Dichter ”(. den Blogger , den Journalisten, den Fotografen.)

Heinrich Heine ( 1797 – 1856 )   warnt die Könige davor, den Dichter zu beleidigen, in

Deutschland.Ein Wintermärchen , Kapitel  28

werden die möglichen Folgen aufgezeigt  :

O König! Ich meine es gut mit dir,
Und will einen Rat dir geben:
Die toten Dichter, verehre sie nur,
Doch schone, die da leben

Beleid’ge lebendige Dichter nicht,
Sie haben Flammen und Waffen,
Die furchtbarer sind als Jovis Blitz,.
Den ja der Poet erschaffen.

Beleid’ge die Götter, die alten und neu’n,
Des ganzen Olymps Gelichter,
Und den höchsten Jehova obendrein
Beleid’ge nur nicht den Dichter! (1)

Die Götter bestrafen freilich sehr hart
Des Menschen Missetaten,
Das Höllenfeuer ist ziemlich heiß,
Dort muss man schmoren und braten –

Doch Heilige gibt es, die aus der Glut
Losbeten den Sünder; durch Spenden
An Kirchen und Seelenmessen wird
Erworben ein hohes Verwenden.

Und am Ende der Tage kommt Christus herab
Und bricht die Pforten der Hölle;
Und hält er auch ein strenges Gericht,
Entschlüpfen wird mancher Geselle.

Doch gibt es Höllen, aus deren Haft
Unmöglich jede Befreiung;
Hier hilft kein Beten, ohnmächtig ist hier
Des Welterlösers Verzeihung.

Kennst du die Hölle des Dante nicht,
Die schrecklichen Terzetten?
Wen da der Dichter hineingesperrt,
Den kann kein Gott mehr retten –

Kein Gott, kein Heiland erlöst ihn je
Aus diesen singenden Flammen!
Nimm dich in acht, dass wir dich nicht
Zu solcher Hölle verdammen……
(Soweit Heinrich Heine )

(1) Im 21. Jahrhundert wäre hinzuzufügen : “ …den Blogger, den Journalisten, den Fotografen , Stichwort : Meuchelfotos .

An die Stelle der “ Hölle des Dante(2) ist das Internet getreten , und wen die  Journaille  zu solcher Hölle  verdammt, für den kann es unmöglich Erlösung geben. Deshalb, ihr “ Großen “ oder ihr, die ihr euch dafür haltet, überlegt es gut, euch mit der “ schreibenden Zunft “ anzulegen. Äußerst unklug wäre es, um nur ein Beispiel zu nennen, dem Verfasser eines missliebigen Artikels mit dem “ Jüngsten Gericht “, dem Rabbinatsgericht oder dem Bezirksgericht zu drohen, solche Schüsse könnten  nach hinten losgehen ! (3)

Es kam in früheren Jahren nicht selten vor, dass , meist morgens ,Polizeistreifen von Trafik zu Trafik, von Zeitungsstand zu Zeitungsstand fuhren um zu beschlagnahmende Druckerzeugnisse einzusammeln. Die Verbreitung unliebsamer Meinungen mit Hilfe der Justiz  verhindern zu wollen  gleicht heute , im Zeitalter elektronischer Medien, dem Versuch einen Pudding an die Wand zu nageln.

(2)  Hätte Dante so manche Auswüchse des Internets  vorausgeahnt , wäre dann das Inferno der Divina Commedia   um einen Kreis erweitert worden ?

(3)  2015 wurden gegen den Blog www.netzpolitik.org Ermittlungen wegen angeblichen Landesverrats eingeleitet,jedoch , möglicherweise als Folge  des Medienechos ( SPIEGEL u.a.) , bald wieder eingestellt und ein ranghoher Funktionär der Justiz musste “ den Hut nehmen “. Obwohl DIE ZEIT (Online Ausgabe ) , 3.August 2016 bereits die Frage stellte, ob die Angelegenheit damit erledigt sei, findet sich noch im Jahr 2017-, gleichfalls in der Online Ausgabe von DIE ZEIT , die Überschrift “ Interne Akten belasten Justizminister Heiko Maas “…..

p.k.

Vertaling naar het Nedeerlands : R.J. de Vries

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