ARBEITER in den Kultusgemeinden -gibt es die tatsächlich noch ? – Teil 1

In den letzten Jahren verstärkte sich bei mir der Eindruck, dass sich die Jüdischen Gemeinden, sowohl die “ orthodoxen” als auch die “liberalen”, nur mehr aus Geschäftsleuten , Ärzten und akademisch – hochgebildeten Psychotherapeuten/ Publizisten zusammensetzten.

Zufällig stieß ich auf die Seite “ Der Bund “ von Herrn Ernst “ Meir “ Stern . Gibt es also doch noch Arbeiter, die sich in einer etablierten Kultusgemeinde zuhause fühlen können ??

Herrn Stern – hier seine bemerkenswerte Vita , kenne ich leider nicht so gut, wie ich gerne möchte !!!!

Als Herr Stern noch die Buchhandlung “ Chaij ” in der Praterstraße betrieb war ich dort öfters Kunde. Zugegeben, die Atmosphäre dort war ein wenig verstaubt, aber gerade das trug zum Flair des Geschäftes bei, am Türpfosten zu seinem Büro hing stets die “ LEICA “ , um die ich ihn heute noch beneide, dazu seine Pfeife und seine freundliche Gelassenheit , es bestand nie die Gefahr, dass ihm, gleich welche Zustände in der Gemeinde herrschten, vor Entsetzen die Haare zu Berge stehen könnten.

Immer, wenn ich durch die Praterstraße gehe und am früheren Lokal der Buchhandlung “ Chaij “ vorbeikomme, fühle ich ein wenig Wehmut.
Wer erinnert sich noch an den ORF – Bericht über die Eröffnung der damals ersten jüdischen Buchhandlung in Wien, als Oberrabbiner  Eisenberg die Mesusa am Eingang befestigte ?

Ich hoffe sehr, Herrn Stern wieder einmal , bei passender Gelegenheit, mit seiner LEICA und seiner Pfeife zu sehen !

Ein kleiner Rückblick :

In den 30 iger Jahren des 20. Jahrhunderts erschien in Wien “ Der Jüdische Arbeiter “ , ein Organ der “ Poalei Zion “, die Ausgaben von 1933 – 1934 wurden digitalisiert und  SIND HIER ABRUFBAR .

Der Jüdische Arbeiter “ vom 31.März 1933 -bringt folgende Notiz :

p.k.

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